Stressfreier Musikgenuss gehört einfach zum Leben und kostet kein Vermögen. Einsteiger-Plattenspieler sind die beste Möglichkeit Vinyl zu entdecken.
Es gibt viele Gründe, heute (wieder) Schallplatten zu hören. Tatsache ist: Das Vinyl-Revival ist schon längst keine herbeigeredete Modeerscheinung mehr, sondern ein stabiler Trend. Und die Hersteller von Plattenspielern lassen sich eine Menge einfallen, die entsprechenden Abspielgeräte erschwinglich zu machen – und fit für die highfidele Neuzeit.
Rundum-Sorglos-Pakete
Es ist heute einfach cool, auch einen Plattenspieler zu haben. So ein paar Dinge sollte man freilich wissen, um ihn auch sinnvoll nutzen zu können. Ein Plattenspieler hat den Job, aus der mechanisch in der Schallplattenrille in Form von Wellenbewegungen gespeicherten Musik elektrische Signale zu machen, die nachfolgende Verstärker dann weiterverarbeiten, damit Lautsprecher sie wieder in mechanische Schwingungen wandeln können. Der Job bewegt sich im Bereich von Mikrometern (1.000stel Millimetern) und mit teilweise mehrfacher Erdbeschleunigung. Diesen Knochenjob sollten wir den Plattenspielern so einfach wie möglich machen. Deshalb gehört jeder Plattenspieler auf eine stabile Fläche exakt waagerecht aufgestellt, der Tonarm sollte wie das Tonabnehmersystem exakt eingestellt sein.

Der Plattenspieler bietet guten Klang und hohen Komfort für einen extrem günstigen Preis. Mit dabei sind Vollautomatik, ein Vorverstärker und Bluetooth-Vernetzung.
Letzterer braucht ab einer bestimmten Qualität – und bei HiFi-Systemen immer – auch einen sogenannten Entzerrer-Vorverstärker. Das hört sich spaßbremsend kompliziert an, kann es auch sein – muss es aber nicht. Denn manche Firmen schnüren für (Wieder-) Einsteiger in die schwarze Kunst, richtig beglückende Rundum-Sorglos-Pakete. Sie sind wenigen Handgriffen aufgestellt. Den Tonabnehmer haben die Hersteller bereits geometrisch perfekt eingebaut. Der korrekte Tonabnehmer-Einbau bedeutet für Ungeübte ein schwieriges Geschäft, das man Profis überlassen sollte. Deshalb auch der Rat an alle, die eventuell später mit einem anderen/besseren Tonabnehmer aufsteigen wollen: Der media@home-Händler hilft gerne und sicher weiter.
Geglättet und gestärkte
Vinyl speichert den Klang ja analog dem Schall in Rillen, beziehungsweise deren Ausformungen. Daher ist die Bezeicihnung „analog“ für diese Art der Konservierung. Aber analog bedeutet in diesem Falle nicht 100 Prozent analog. Die Bässe werden bei dem sogenannten Schnitt aus Platzgründen stark abgesenkt. Gleichzeitig werden hohe Frequenzen stark angehoben, damit sie nicht im Rauschen untergehen. Beides, das Absenken der Bässe und Anheben der Höhen, muss nun nach dem Abtasten wieder rückgängig gemacht werden – also entzerrt werden. Das geschieht im sogenannten Entzerrer-Vorverstärker.

Der präzise Riemenantrieb mit geregelter Gleichlaufstabilität und elektronischer Geschwindigkeitsumschaltung arbeitet mit 33 oder 45 U/min. Ein resonanzdämfendes Subteller Design wurde mit einem schweren resonanzfreien Plattenteller aus Glas kombiniert.
Der verdankt seinen zweiten Namensteil der für alle HiFi-Tonabnehmer notwendigen Vorverstärkung. Denn um die winzigen Signalspannungen eines Pickups auf das Niveau von zum Bei-spiel einem CD-Spieler zu lupfen, brauchen sie kräftig Anschub: So zwischen Faktor 100 (MM-Systeme mit Moving-Magnet-Generatoren) und 1.000 (MCs mit Moving-Coil-Generatoren). Dieser Zusatzschub steckt hinter den Phono-Eingängen mancher HiFi-Verstärker. Der ist heute aber nicht mehr selbstverständlich. Kein Problem bei den drei Einsteiger-Kandidaten: Sie haben den Phonoverstärker bereits eingebaut an Bord. Sie können so auf Wunsch auch die Eingänge „Line“, „Aux“ oder „Hochpegel“ (CD, Tuner, Tape) eines Verstärkers direkt beliefern. Im Test taten das alle drei befriedigend bis sehr gut. Zudem bieten alle drei Spieler die Möglichkeit, ihre Ausgangs-Signale drahtlos, per Bluetooth zu verschicken. Die Arroganz der HiFi-Propheten gegenüber der eingeschränkten Klangqualität hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Entsprechende Empfänger am Verstärker vorausgesetzt, geht dank hochauflösender Übertragung (aptX und höher) inzwischen ordentlich High Fidelity auch ohne Kabel.

Das halbautomatische Modell mit Endabschaltung wird durch einen Riemen angetrieben. Der Tonarm mit reibungsarmen Präzisionslagern ist höhenverstellbar. Der Plattenspieler hat ein „Ortofon 2M Red“-Tonabnehmer mit elliptischem Nadelschliff.
Einsteiger-Plattenspieler: Automatisch bequemer
Bleibt noch ein weiteres Feature, mit dem zwei der drei aufwarten: die Automatik. Die gibt es in diversen Ausbaustufen: als Vollautomat (wie beim Audio Technica) mit Start/Stopp, Anheben/Absenken des Tonarms am Anfang/am Ende der Plattenseite inklusive Tonarmrückführung. Oder wie beim Sonoro mit Drehstart, sobald man den Arm über die Platte führt und nadelschonendes Abheben des Arms am Plattenende. Bei Pro-Ject steckte man das knappe Budget lieber in den Klang.





